Eine Schule – Viele Namen

Mit dem Schulpflichtgesetz von 1952 gab es die Vorschrift, dass Kinder, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen dem Unterricht der allgemeinen Volksschule nicht zu folgen vermögen, eine geeignete „Sonderschule“ oder einen für sie geeigneten „Sonderunterricht“ besuchen.

Dies änderte sich 1965 mit dem „Gesetz über die Errichtung und den Betrieb von Sonderschulen“, das die bisherigen Einrichtungen zu einem eigenen, neunjährigen Schultyp transformierte, der sich in neun spezielle Arten differenzierte, die – zum Teil mit etwas gewandelter Begrifflichkeit – auch heute noch so unterschieden werden.

Im Jahre 1968 wurde in Friedberg die „Sondervolksschule für Lernbehinderte“ gegründet unter der Schulleitung von Gebhard Mauderer, die zunächst noch auf verschiedene Gebäude in der Stadt Friedberg verteilt war.

Seit 1971 profilieren spezielle Lehrpläne bestimmte sonderpädagogische Zweige, z. B. 1991 der „Lehrplan zur individuellen Lernförderung“. Daraufhin änderte sich auch die Bezeichnung der Schulart: Die Vinzenz-Pallotti-Schule wurde 1992 eine „Schule zur individuellen Lernförderung“.

Seit September 1994 führt die Vinzenz-Pallotti-Schule nun schon die Bezeichnung  Sonderpädagogisches Förderzentrum für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung (SFZ), welche damit den Begriff der Sonderschule ersetzt. Während den Schülerinnen und Schülern früher eine „Sonderschulbedürftigkeit“ zugeschrieben wurde, wird heute der „sonderpädagogische Förderbedarf“ eines Kindes beschrieben, der nicht verbunden ist mit einem bestimmten Förderort, d.h. dem auch an der allgemeinen Schule entsprochen werden kann und dem seit der UN Behindertenrechtskonvention von 2009 auch im Rahmen der Inklusion Rechnung zu tragen ist.

Heute, im Jahr 2018, haben die Erziehungsberechtigten das Recht auf die Wahl des schulischen Förderortes ihres Kindes. Die Voraussetzung, dass ein Kind an der Vinzenz-Pallotti-Schule angemeldet werden kann, ist ein diagnostizierter sonderpädagogischer Förderbedarf in einem der Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und/oder Emotionalität und Sozialverhalten, der den Besuch eines SFZs rechtfertigt.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, jedes Kind entsprechend seiner Lernentwicklung und seines emotional-sozialen Entwicklungsstandes individuell zu fördern. Wir wollen jedem Kind Erfolgserlebnisse  ermöglichen und es dadurch zum Lernen ermutigen.

Entwicklung der Schule

Neben den Bezeichnungen der Schule waren auch die Schüler- und Mitarbeiterzahlen über die Jahre Schwankungen unterworfen, haben sich jedoch stetig weiter entwickelt.

Während über viele Jahre, ja Jahrzehnte,  ausschließlich Lehrkräfte an der Schule beschäftigt waren, haben wir heute aufgrund der verschiedenen zusätzlichen Angebote eine Vielfalt an Mitarbeiter/-innen in verschiedenen pädagogischen Aufgabenfeldern, wie sie es bislang so noch nicht gegeben hat.

 

Schulleitungen seit Beginn der Vinzenz-Pallotti-Schule

Gebhard Mauderer († 2013)
– Beginn: 5 Klassen und 6 Lehrkräfte in 2 Häusern: Mezgergut (jetzt Schwimmbad) und altes Kinderheim in der Herrgottsruhstraße
– Erste Sekretärin: Centa Langenegger (ab 1972)
– Erster Sonderschulkonrektor: Walter Zinser (ab 1973)
– Umzug der Schulverwaltung an den Eisenberg (1974), Klassen nun auf vier Häuser verteilt
– Erste Schnupperlehre: 1975/76
– Einzug in das neue Schulhaus im Mai 1977

Antonia Engel-Clausen († 2016):
– Einrichtung der SVE: 1984/85
– Diagnose- und Förderklassen im Modellversuch (1985) und  Mobile Erziehungshilfe (1988)
– Namensgebung: Vinzenz-Pallotti-Schule: 1986/87
– Sonderschulkonrektor: R. Seegmüller seit 1986/87
– Reichhaltiges Schulleben und Präsentation der Schule in der Öffentlichkeit in enger Zusammenarbeit mit Christine Riegele: Kommunion,
    Firmung, Mitwirkung am Stadtfest mit den „Wichtelen von Ottmaring“

Herbert Hoser
– Einrichtung des Studienseminars (seit 1996/97)
– Einrichtung der Sonderpädagogischen Tagesstätte und der Sonderpädagogischen Beratungsstelle im Jahr 2002
– Einrichtung der offenen Ganztagsschule (seit 2009)
– Zusammenarbeit mit folgenden Sonderschulkonrektoren: R. Seegmüller bis 2005, O. Zelz von 2006 bis 2008, S. Müller-Stöhr
    (2. SoKRin von 1999 bis 2005), K. Steinhardt von 2008 bis 2012
– Präsentation des Sonderschulwesens in China

Diana Hertle im Schulleitungsteam mit Klaus Steinhardt
Einrichtung eines erweiterten Schulleitungsteams
– Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule ab 2013, Umwandlung der Sonderpädagogischen Tagesstätte (SPT) in eine Verlängerte
    Mittagsbetreuung mit erhöhter Förderung ab 2013
– Einrichtung einer Stütz- und Förderklasse in Kooperation mit der Jugendhilfe (ab 2015)
– Schulentwicklungstage (seit 2015)
– Einführung einer Schulverfassung (seit 2016)
– Einführung einer Elternvereinbarung (seit 2018)